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ColorVision
Deutsch
· 7 Min. Lesezeit · ColorVision-Redaktion

Veröffentlicht von der ColorVision-Redaktion. Dieser Lerninhalt ist keine individuelle medizinische Beratung. Lesen Sie unsere Redaktionsrichtlinie und unsere Testmethodik.

Kurze Antwort

Die meisten angeborenen Farbsehschwächen bestehen von Geburt an und bleiben in der Regel stabil. Eine neue, zunehmende oder einseitige Veränderung des Farbsehens gehört augenärztlich abgeklärt, denn sie kann mit dem Auge, dem Sehnerv, dem Gehirn, Medikamenten oder einer Exposition zusammenhängen.

Wann Sie ärztlichen Rat suchen sollten: Suchen Sie sofort ärztliche Hilfe bei plötzlichem Sehverlust, einem schmerzhaften roten Auge, neuen Lichtblitzen oder einem vorhangartigen Schatten, oder wenn die Farbveränderung mit weiteren neuen neurologischen Symptomen einhergeht. Lassen Sie jede neu bemerkte Farbsehveränderung zeitnah untersuchen.

Kann sich das Farbsehen im Lauf des Lebens ändern?

Viele erfahren erst in der Schule, bei einem Sehtest oder durch einen Hinweis aus der Familie von ihrer Farbsehschwäche. Eine angeborene Farbsehschwäche besteht meist von Geburt an und bleibt in der Regel unverändert. Das Farbsehen kann sich jedoch auch später ändern. Dieser Unterschied ist wichtig: Eine neu bemerkte Veränderung ist ein Grund, mit einer optometrischen oder augenärztlichen Fachkraft zu sprechen, statt sich auf ein Online-Screening zu verlassen.

Dieser Leitfaden erklärt den Unterschied zwischen angeborenen und erworbenen Veränderungen, die praktischen Anzeichen und den Mehrwert einer augenärztlichen Untersuchung.

Angeborene und erworbene Unterschiede sind nicht dasselbe

Die häufigsten Formen der Farbsehschwäche sind angeboren. Sie betreffen die Zapfenzellen des Auges und erschweren typischerweise die Unterscheidung bestimmter Rot-, Grün-, Orange-, Braun- oder Blautöne. Solche Unterschiede treten üblicherweise nicht plötzlich auf und verschlechtern sich nicht fortschreitend. Mehr dazu in Formen der Farbenblindheit und Was ist Farbenblindheit.

Eine erworbene Farbsehschwäche bedeutet, dass sich die Farbwahrnehmung verändert hat, weil etwas das Auge, den Sehnerv oder die verarbeitenden Hirnbereiche beeinflusst. Sie kann ein Auge stärker betreffen als das andere, sich mit der Zeit verändern oder mit weiteren Sehsymptomen einhergehen. Diese Muster sind für sich genommen keine Diagnose, aber wertvolle Angaben für die augenärztliche Fachkraft.

Anzeichen, die Beachtung verdienen

Nicht jede Veränderung lässt sich leicht beschreiben. Manche bemerken, dass ein vertrauter Gegenstand weniger leuchtend wirkt, dass zwei Farben unerwartet schwer zu trennen sind, oder dass ein Auge eine Farbe anders sieht als das andere. Halten Sie fest, wann es begann und ob es dauerhaft ist.

Lassen Sie Ihre Augen untersuchen, wenn Sie ein neues oder zunehmendes Problem bemerken, etwa:

  • Farben wirken weniger kräftig, ausgewaschen oder anders als gewohnt
  • ein Unterschied beim Vergleich beider Augen
  • Schwierigkeiten mit Farben, die früher leicht zu trennen waren
  • eine Veränderung nach einer Augenverletzung, Operation, Erkrankung oder einem neuen Medikament
  • Farbveränderungen zusammen mit Unschärfe, eingeschränktem Seitensehen, Doppelbildern oder Augenbeschwerden

Ist die Veränderung plötzlich oder geht sie mit starken Augenschmerzen, einem roten Auge, Lichtblitzen, einem dunklen Vorhang oder Schatten, Schwäche, Sprachstörungen, heftigen Kopfschmerzen oder anderen neuen neurologischen Symptomen einher, suchen Sie sofort ärztliche Hilfe. Diese Liste dient nicht der Selbstdiagnose; sie ist ein Grund, nicht auf ein Online-Testergebnis zu warten.

Was kann erworbene Veränderungen auslösen?

Die Ursache lässt sich nur durch eine Augenuntersuchung klären. Laut National Eye Institute können erworbene Farbsehveränderungen bei Erkrankungen von Netzhaut, Sehnerv oder Gehirn auftreten. Beispiele sind Augenerkrankungen wie das Glaukom oder die altersbedingte Makuladegeneration, der graue Star, neurologische Erkrankungen, Verletzungen und einige Medikamente. Auch bestimmte chemische Expositionen können das Farbsehen beeinträchtigen.

Das bedeutet nicht, dass eine Farbsehveränderung eine dieser Ursachen belegt. Viele Augen- und Allgemeinerkrankungen haben überlappende Symptome. Der sinnvolle nächste Schritt ist eine zeitnahe Abklärung – besonders, wenn die Veränderung neu, einseitig oder fortschreitend ist.

Warum ein Vergleich der Augen nützlich sein kann

Wenn es sicher und angenehm möglich ist, vergleichen Sie kurz einen vertrauten farbigen Gegenstand nacheinander mit jedem Auge bei normalem Licht. Ein deutlicher Unterschied ist eine hilfreiche Information für Ihre Fachkraft. Blicken Sie nicht in helle Lichtquellen, und ersetzen Sie damit keine Untersuchung.

Angeborene Rot-Grün-Unterschiede betreffen meist beide Augen ähnlich. Ein auffälliger Unterschied zwischen den Augen kann ein Hinweis sein, dem eine Fachkraft nachgehen möchte. Sie prüft dann womöglich Sehschärfe, Augengesundheit, Pupillenreaktionen und Farbsehen als Teil einer umfassenderen Beurteilung.

Wie Fachleute das Farbsehen prüfen

Die klinische Prüfung ist besser kontrolliert als das Betrachten von Farben auf einem privaten Gerät. Je nach Fragestellung kommen zum Einsatz:

  • Farbtafeln mit Zahlen, Symbolen oder Linien in farbigen Punkten
  • Sortiertests, bei denen farbige Kappen oder Plättchen in eine Reihenfolge gebracht werden
  • Anomaloskopie, ein spezialisierter Lichtvergleich in bestimmten Einrichtungen

Diese Verfahren helfen, Muster und Schweregrad einer Farbsehschwäche zu beschreiben. Sie werden zusammen mit Ihrer Vorgeschichte und der Augenuntersuchung gedeutet – besonders bei neuen Beschwerden. Das National Eye Institute weist darauf hin, dass mehrere Tests eingesetzt werden können, wenn ein Tafeltest unklar bleibt.

Kann ein Online-Farbtest ein erworbenes Problem erkennen?

Nein. Eine browserbasierte Aktivität kann ein pädagogisches Screening sein und Ihnen auffallen lassen, dass eine Farbaufgabe schwerfällt; sie kann jedoch weder Ihre Augen untersuchen noch die Ursache einer Veränderung benennen. Ergebnisse schwanken zudem mit Bildschirmeinstellungen, Displaytechnik, Raumbeleuchtung, Browser-Darstellung und Testbedingungen.

Unsere Aktivität im Ishihara-Stil, die Farnsworth-Farbton-Aktivität und die D-15-Aktivität dienen der allgemeinen Information. Sie sind keine klinischen Instrumente und dürfen nicht für medizinische, behördliche, berufliche oder rechtliche Entscheidungen verwendet werden. Praktische Grenzen und Vorbereitung finden Sie unter So nutzen Sie einen Online-Farbsehtest richtig.

Fragen für den Termin

Ein paar Notizen machen den Termin ergiebiger:

  • Wann begann die Veränderung, und trat sie plötzlich oder allmählich auf?
  • Betrifft sie ein Auge, beide Augen oder nur bestimmte Farben?
  • Gibt es Begleitsymptome wie Unschärfe, Schmerzen, Lichtblitze, Kopfschmerzen oder Lichtempfindlichkeit?
  • Hatten Sie eine Augenverletzung, einen Eingriff, kürzlich eine Erkrankung oder ein neues Medikament?
  • Gibt es Farbsehschwächen in Ihrer Familie?

Bringen Sie Ihre gewohnte Brille oder Kontaktlinsen mit. Setzen Sie verordnete Medikamente wegen Farbsehsorgen nicht ohne Rücksprache mit der verordnenden Praxis ab und ändern Sie die Dosis nicht eigenmächtig.

Fazit

Eine lange bestehende angeborene Farbsehschwäche ist häufig und meist stabil. Eine neue, zunehmende oder einseitige Veränderung ist etwas anderes: Sie verlangt eine fachliche Abklärung, denn die Ursache kann behandelbar sein, und ein Online-Test kann die Möglichkeiten nicht auseinanderhalten.

Häufige Fragen

Beeinflusst das Alter die Farbwahrnehmung?

Ja. Das National Eye Institute weist darauf hin, dass sich das Farbsehen mit dem Alter verschlechtern kann, unter anderem wenn der graue Star die Augenlinse betrifft. Altersbedingte Veränderungen sollten bei der regulären augenärztlichen Vorsorge trotzdem angesprochen werden, besonders wenn sie auffallen oder den Alltag beeinträchtigen.

Bedeutet ein Verlust des Farbsehens immer eine Augenerkrankung?

Nein. Die Ursachen sind vielfältig, und nur eine Untersuchung kann klären, was im Einzelfall zutrifft. Auch angeborene Unterschiede sind häufig. Entscheidend ist, ob die Veränderung neu ist oder sich verändert.

Sollte ich zu Hause jedes Auge einzeln prüfen?

Sie können einen deutlichen Unterschied zwischen den Augen bemerken und berichten, doch ein Vergleich zu Hause ist kein diagnostischer Test. Ein neuer einseitiger Unterschied gehört mit einer augenärztlichen Fachkraft besprochen.

Belege und Quellen

Diese Quellen liefern Hintergrundwissen zur Farbsehschwäche und zu klassischen klinischen Tests. Die Aktivitäten von ColorVision laufen im Browser und sind pädagogische Screenings, keine klinischen Instrumente.

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